ein Theaterstück über unnütze Wut und nützlichen Zorn. Für Kinder ab 6 Jahren und die ganze Familie
- Regie Alberto García Sánchez
- Spiel Annette Scheibler, Luigi Consalvo, Sigrun Nora Kilger
- Musik Annélie Gahl, Daniel Kartmann
- Figuren & Objekte Ute Kilger
- Ausstattung & Bühne Paolo Cardona
- Licht Luigi Consalvo
Uraufführung: Dezember 2012 – Januar 2013
Nach den international sehr erfolgreichen Produktionen “Georg in der Garage” zum Thema Schüchternheit und “Ernesto Hase hat ein Loch in der Tasche” über Armut und Exil, planen wir jetzt ein Kinderstück über unnütze Wut und nützlichen Zorn.Unser Anliegen ist es, bei den jüngsten Zuschauern eine Sensibilität für das Theater zu wecken, für die künstlerischen Mittel, die Bildsprache, die Figuren, die Qualität des Textes und für Themen und Geschichten. Unsere Kinder leben in der gleichen Welt wie wir selber und sind mit den gleichen beunruhigenden oder beängstigenden Umständen konfrontiert. Darüber möchten wir mit ihnen kommunizieren.
Wut ist ein allgemein verpöntes Gefühl. Sie steht für Kontrollverlust, Unberechenbarkeit und Gewalt. Wir versuchen unseren Kindern Wutanfälle abzutrainieren. Es verunsichert uns, wenn Kinder sich aus Wut auf den Boden werfen und brüllen. Ist Wut nur ein Ausdruck von Aggressionen oder ein Aufbegehren gegen das unbestimmte Gefühl, einer Ungerechtigkeit ausgesetzt zu sein?
Die Hauptfigur, Zeta, ist ein liebes Mädchen mit einem sanften Gesicht, wenn aber die große Wut kommt, wird sie zornrot und beißt sich fest, egal ob in die nächstbeste Hand, in einen Stuhl oder in den Zirkusmast. Zeta lebt im Zirkus wie alle anderen, die in dieser Geschichte vorkommen. Keiner weiß genau, was Zeta so wütend macht, am allerwenigsten sie selbst. Aber eines wissen alle: Wenn die große Wut kommt, hilft nur, Zeta in den leeren Löwenkäfig zu sperren und zu warten, bis die Wut verraucht ist. Eines Tages bekommt der Zirkus einen neuen Direktor, sein Motto: “Lachen raus – Gefahr rein – Rubel rollt”. Die Zirkuswelt steht Kopf. Die Artisten versuchen etwas noch nie da Gewesenes, Gefährliches ohne Netz und doppelten Boden zu erfinden. Zeta sitzt immer noch im Löwenkäfig. Ihre Wut ist inzwischen vergangen. Hinter den Gitterstäben beobachtet sie, was der ‘Gefährlichste Zirkus der Welt’ mit ihren Freunden macht. “Wieso lassen sie sich das gefallen? Was denen fehlt ist Wut.” Und sie beschließt, an Stelle ihrer Freunde wütend zu werden, so wütend wie noch nie. Und so hält Zeta den Zirkus an.
Für diese Inszenierung wollen wir zusammen mit der Künstlerin Ute Kilger mit großen Stofffiguren eine Mischung aus Tier- und Menschenwelt kreieren, eine phantastische Zirkuswelt. Der Zirkusraum ist nur skizzenhaft durch eine Lichterketten- Metallkonstruktion dargestellt.Das Publikum sitzt in einem Rund um die angedeutete Manege. Wir suchen eine integrative Spielweise, ganz nah am Publikum mit der Möglichkeit, die Kinder am Spielgeschehen zu beteiligen. Gleichzeitig wollen wir in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Jazzperkussionisten Daniel Kartmann und der Wiener Soloviolinistin Annelie Gahl (Trägerin des Anton- Bruckner- Preises der Wiener Symphoniker und Spezialistin für Neue und Alte Musik) intensiv mit Musik als Ausdrucksmittel von Emotionen arbeiten.