Ein Paar sitzt sich am Frühstückstisch gegenüber. Der Haussegen hängt schief und die Stimmung ist im Keller.

Ein Paar sitzt sich am Frühstückstisch gegenüber. Der Haussegen hängt schief und die Stimmung ist im Keller. Um sich über die Situation zu retten, beginnt einer der beiden dem anderen ein Märchen zu erzählen – bis zu dem Punkt, an dem er die Hilfe des anderen braucht, um die Geschichte weiter zu treiben. Und siehe da, der Partner lässt sich ein und zusammen bringen sie die Geschichte vom verwöhnten König, der auf Brautschau geht, zum guten Ende … Wie im Grunde jedwedes Material überzeugend zur Figur geraten kann und welch beträchtliches Vergnügen dies bereitet, das zeigen Sigrun Kilger und Hartmut Liebsch in ihrem kulinarischen Mini-Drama. Schauplatz der Handlung ist ein normaler, sonntäglich reich gedeckter Frühstückstisch. Die Puppen? Kaffeekanne und Tassen, Eierbecher und Serviette, Käseglocke und Brötchen! Sie alle entwickeln ein munteres Leben, werden zu den Helden eines mit Witz und Phantasie gespielten Märchens. Mit dem “Frühstücksmärchen” trat das Materialtheater vor 25 Jahren erstmals vor ein internationales Publikum. In 25 Ländern wurde es – mit Unterstützung des Goethe Instituts – bereits mehr als 300 Mal gespielt: Das Kultstück des Ensemble Materialtheater – Witz und Ironie pur. Publikumspreis des Festival Synergura 2000 Erfurt

Stuttgarter Zeitung: “Frühstück – heißer Kaffee, frische Eier, weiße Servietten gehören dazu, so ganz klassisch, Stelldichein zu zwein. Und was ist, wenn sich die Serviette in einen König, die Eierbecher in seine Stiefel, Messer und Brötchen in sein Pferd verwandeln? ,Das Frühstücksmärchen’ – erzählt vom Materialtheater Stuttgart… ein Zungenschmeichler, ein ‘Amuese geulles’, das nicht sättigt, sondern Appetit macht.”

Frankfurter Rundschau: “Er gerät auf der Reise zu der Dame seines Herzens in die Wogen des Tischtuches, kentert mit seinem Brotkörbchenboot. Da stapft, torkelt, schleicht ein kaum zwei Handbreit hohes Etwas aus Stoff und Metall über den Tisch, und Mensch sieht Mensch, sein Imponiergehabe, seine Sehnsüchte, entdeckt in Stoffalten Gesichtszüge.”

Theater der Zeit: “Behende wie zwei Taschenspieler spinnen Sigrun Kilger und Hartmut Liebsch vor den Augen der Zuschauer mit Hilfe der Frühstücksutensilien eine kleine, zauberhafte Geschichte zusammen, die ab und zu ironisch kommentiert wird. Dabei offenbart sich die kecke, humorvolle und hintersinnige Doppelbödigkeit im Spiel des Materialtheaters.”

Thüringer Allgemeine: “Ein Hochzeitsspiel mit Messer und Gabel! 45 Minuten, in denen man sich verblüfft die Augen, ob minimalistischer, höchst plastischer Einfälle reiben und hinterdrein gar noch eine Träne der Rührung dann finden konnte. Dank an Sigrun Kilger und Hartmut Liebsch. Wo bekommt man schon ein Märchen mit Eiern, Servietten, Kaffeekanne und Besteck serviert? Das wussten die Ideengeber des Hochzeitsspiels für ‘ärmere’ Leute wohl auch und bescherten ein doppelbödiges Dialogspiel, in dem ein Eierkoch ermordet wird, bis dass der Dotter fließt, man auf Gabeln stelzt und Brötchen reitet sowie auch ein klein bisschen geliebt wird – freilich unter der Käseglocke.”