ein Stück für eine Schauspielerin, einen Fliegenfänger und ein DÜRKOPP 283

Eine Koproduktion des Materialtheater Stuttgart mit dem Theaterhaus Stuttgart. Ausgezeichnet beim Theaterpreis 95 der Stuttgarter Zeitung mit dem 2. Preis.

Stuttgarter Zeitung ‚Die Weißnäherin’, so lobte Juror Felix Müller der Musikhochschule wurde ‚brillant gespielt von einer auffallend begabten Schauspielerin und einer innovativen Künstlerin, die durch den Preis ermutigt werden soll, auch weiterhin auf ihrer eigenwilligen und unverwechselbaren Spielart zu bestehen’.

Elfriede ist Näherin. Sie hat eine professionelle     Ausbildung, eine Dürkopp 283 und Nasenbluten. Sie ist eine Fachkraft und näht weiße Bettbezüge, 96 Stück am Tag, mit Doppelnähten, die fürs Leben halten– darauf ist sie stolz. Die Stückzahl, die sie sich als Ziel gesteckt hat, könnte sie auch durchaus erreichen, wären da nicht ihre Schwestern, die sie immer wieder heimsuchen. Ihr Arbeitsplatz wird zum  Rummelplatz fremder Geister und Phantasien. Seltsame Wachträume, ein Panoptikum von neurotisch erotischen Wunschträumen Kindheitserinnerungen und Sehnsüchten nach einem Leben, das für sie unerreichbar bleibt. Denn der Akkord gebietet wieder Fleiß und Tugend. Bis zum nächsten Freilauf…

Festivals auf denen ‚Die Weißnäherin’ gezeigt wurde: ‚Images 97’ Arnhem/Nl; Internationales Figurentheaterfestival Erlangen/Nürnberg; Internationales Festival de la Marionettes in Neuchâtel; Festival de Teatro Peruggia/I; Figurentheaterfestival Kassel; Festival der Dinge 2003 Berlin. Gastspiele in Deutschland, Holland, Italien, Österreich und der Schweiz.

Presse

‚Sigrun Kilger bietet als ‚Elfi‘ eine brillante, hochkonzentrierte, phasenweise bis zur Selbstaufgabe reichende Darstellung. Souverän balanciert sie auf dem Grat zwischen Absturz in den Wahnsinn und lebenserhaltendem Witz. Ein reines Frauenteam, neben Sigrun Kilger (Darstellerin), Barbara Meerkötter (Regie), Franziska Rast (Ausstattung) und Katharina Wibmer (Film Projektion) zeichnet sich  für diese außergewöhnliche Inszenierung verantwortlich.‘ Theater der Zeit

‘Daß Sigrun Kilger ein komödiantisches Talent hat, steht außer Zweifel, wie die Tatsache, daß ihr mutiges Theaterexperiment mit seinen vielfältigen Anspielungen auf erotische Verdrängungen und Wünsche, auf Glaubens- und Gesellschaftsmanien die gebührende Beachtung finden wird.‘ Esslinger Zeitung

‚Die Weißnäherin ist kein Sozialdrama, Es ist kein möglichst naturalistischer Report über das alltägliche Leben einer Heimarbeiterin. Und dennoch steckt jede Menge Leben darin. Besser jede Menge ungelebtes Leben, ungeliebte Liebe, Witz und Wahn, tragikomisch, unzertrennlich. Sigrun Kilger verleiht dieser verrückten Person in allen ihren Facetten Glaubwürdigkeit, amüsiert und irritiert in stetem Wechsel, hält ihr Publikum in Spannung, ohne Elfriede in ihrem ärmlich- altmodischem Faltenrock-Pullover-Outfit je der Lächerlichkeit preiszugeben.‘ Stuttgarter Zeitung

’Hervorragende Arbeit, wo wirkliche Schauspielkunst eine Synthese eingeht mit der Dingwelt. Das Spiel der Hände, die Sprache des Körpers, die Sprache des Mundes, die Mimik des Gesichts hat Eigenwert, kontrapunktiert, begleitet und steigert die Verlebendigung der Dinge. Eine Spitzenleistung.’ Volker Trauth Deutschland Radio Berlin

‚Sigrun Kilger beeindruckte mit ihrem starken Spiel, das vom Komischen über das Skurrile bis zum Tragischen reichte, Objekttheater war das nicht, reines Schauspiel aber auch nicht mehr. Leichtfüßig setzte sie sich über die Grenzen des Theaters hinweg. Ihre Elfriede ist keine gescheiterte Existenz. Aber beherrscht von einem Wahn, an dem sie schuldlos ist und zerbricht. Eine ganz einfache Geschichte, die Angst macht vor den Gespenstern im eigenen Kopf’ Hessische Allgemeine

Gastspiel Schauspielhaus Neubrandenburg ‚(…) 96 Bettebezüge muss sie am Tag schaffen, sechs Kilometer Nähte in einer Stunde nähen, da geraten die Fingerhüte ins Tanzen, Stecknadeln pilgern zur heiligen Maschine, Schere und Garnrolle bespringen sich. Elfriede, kein harmloser Backfisch, sondern eine tragikomische Phantastin mit lebenserhaltenden Witz.’ Neubrandenburger Zeitung

Gastspiel Dietheater Wien‚Hier steht eine Frau (wunderbar: Sigrun Kilger) auf der Bühne, die als Akkordarbeiterin in einem echt unerquicklichen Leben steht, doch münden Sichtweise und Interpretation ihres Daseins keineswegs in einem Sozial-Porno. Skurrile, unterbewusst selbstkritische Momente brechen hier – gleich den Nähten am weißen Linnen – auf, vergleichbar mit Herrn Karls Palaver als Magazineur.’ Kurier Wien