- Autor Miriam Goldschmidt, Sigrun Kilger
- Regie Alberto García Sánchez
- Spiel Miriam Goldschmidt, Sigrun Kilger
- Ausstattung & Bühne Stefanie Oberhoff
- Licht Luigi Consalvo
- Assistenz Franziska Winterberg
eine Koproduktion mit dem Theaterhaus Stuttgart und dem Märtplatz e.V. Rorbas/ Ch
Stuttgarter Zeitung: „Das ist Materialtheater im besten Sinne, was Kilger und Goldschmidt Unter der Regie von Alberto García Sánchez hier präsentieren. Sie lassen Eier über die Bühne rollen. Sie kommen von der Bahn ab, prallen aufeinander, zerspringen, eiei – krumm laufen ihre Wege wie menschliche Biographien auch. Diese völlig grotesken Assoziationen entwickeln eine unheimlich Poetik, die konterkariert wird von dem Spiel der Akteurinnen. Kilger und Goldschmidt liefern eine subtile Studie über den Menschen und das Mitmenschliche, über Vorstellung und Verstellung, über Selbstbetrug und Selbstdarstellung. Über Manipulation und schließlich Kapitulation. Ein Theaterabend „der kleckert und schmiert und stockt im Innenfutter unseres Vergnügungsjacketts“, so hat die Jurorin Hedda Kage den zweiten Sieger des Theaterpreises beschrieben. „Sigrun Kilger und Miriam Goldschmidt spielen zwei ungleiche Schwestern. Kilger das altgewordene, naive Kind, das sich an den Ecken der Welt stößt, Goldschmidt die weltweise Verführerin mit allen Tricks aus der Mottenkiste der Trivialität“ wie Kage es nannte. „Eine sperrige Produktion, die ohne Netz balanciert, und ständig riskiert abzustürzen. Kein Stück, dass sich leicht tut auf dem Freien Markt, aber eines, das Grenzen mutig überschreitet, ohne zu wissen, wohin das Dickicht führt. ein Risiko, das nur das Freie Theater wagen kann.“
Stuttgarter Nachrichten: „Sigrun Kilger tritt als Kampfhenne in Reithose und Faltenröckchen auf, Miriam Goldschmidt zeigt eine gekonnte Mischung aus Grande Dame und Putzteufel. Lustvoll bedienen die beiden gängigen Klischees von der angeblich weiblichen Unfähigkeit zum konstruktiven Denken und der Vorliebe für das so genannte Unwesentliche wie Kunst und Musik. Und so läuft den beiden der rhetorische Leerlauf wie geschmiert von der Zunge.“
Wochenzeitung Zürich: „Eine revuehaft berauschende Tour de force, die nebenbei auf Kleists Penthesilea anspielt. Zwei skurrile Frauengestalten, wollen in einer Art Conférence mit dem Publikum und einer Schüssel mit 40 Eiern für die garantiert ideale Fortpflanzung sorgen. Nicht das Gelbe, sondern das unschuldig Weiße vom Ei soll der neue Mensch sein. Doch die Bindung bleibt, das Eiweiß zieht Fäden und die Erinnerung an die alte Welt der natürliche, zugegebenermaßen schmerzvollen Entbindung („Nicht länger mit der Binde im Bunde, wir entbinden das Kinde im Munde“ lässt sich nicht aus der Welt schaffen.
Ausgezeichnet mit dem 2. Theaterpreis der Stuttgarter Zeitung (2000)